Unsere Politik

Stadtplanung für alle

Ein Kommentar von Verena Bentele.

Jeder 10. Bewohner Münchens hat eine anerkannte Behinderung, jedoch gibt es deutlich mehr Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen – viele davon haben altersbedingte Einschränkungen. Das wird in Zukunft wohl noch mehr werden.

Bei allen Planungen im Viertel müssen unterschiedliche Bedürfnisse berücksichtigt werden: So brauchen wir Blindenampeln an allen Straßenübergängen, Rampen oder Aufzüge um mit einem Rollstuhl oder einem Kinderwagen Treppen zu überwinden.

Unsere Bildungseinrichtungen, sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen wollen wir barrierefrei und gemeinsam gestalten. Wir wollen den Dialog zwischen Menschen fördern, nur so können Berührungsängste beseitigt und Verständnis geschaffen werden.

Unser gemeinsames Viertel

Ein Bericht von Sinaida Kumpf

Die Schwanthalerhöhe ist ein besonderes, ein buntes und vielfältiges Viertel. Hier haben viele Menschen eine Heimat gefunden, manche schon vor Jahrzehnten, manche erst vor Kurzem. Es ist wichtig, dass sich bei uns auf der Schwanthalerhöh’ jede und jeder zu Hause fühlen kann, unabhängig von der Herkunft, dem Alter oder dem Lebenskonzept.

Dieses Miteinander gelingt hier besonders gut, weil die Menschen im Westend etwas ganz besonderes sind. Diejenigen, die neu dazugekommen sind haben sich bewusst für diesen Stadtteil entschieden. Die Alteingesessenen haben dieses wunderschöne Viertel zu dem gemacht, was es heute ist.

Jeder und jede soll sich hier wohlfühlen können, es soll niemand verdrängt werden. Wir werden uns für unsere Nachbarn in den von der Staatsregierung verscherbelten GBW-Wohnungen einsetzen. Gemeinsam sind wir ein starkes Viertel.

sicherer - wohnlicher - menschlicher

Zur Verkehrsberuhigung auf der Schwanthalerhöh' von Ludwig Wörner.

Vor drei Jahrzehnten begann die Verkehrsberuhigung Schwanthalerhöh' . Bereits vor Beginn der ersten Maßnahmen wurden, was damals ein Novum war, Bürgerinnen u. Bürger an der Planung beteiligt. Die ersten Maßnahmen wie der sog. „Stöpsel“ u. andere bauliche Maßnahmen stießen damals auf erbitterten Wiederstand der CSU.

Schon bald erkannten jedoch viele Bewohnerinnen u. Bewohner die Vorteile der Maßnahmen , die unter ihrer Beteiligung geplant u. Umgesetzt wurden. Verengungen von Fahrbahnen, mehr Grün, Reduzierung der Geschwindigkeit, Abbau von Ampeln sowie die Radfahrmöglichkeiten gegen die Fahrtrichtung in Einbahnstraßen werteten die Wohnquartiere erheblich auf. Das einrichten von Einbahnstraßen führte zur Verdrängung des Schleichverkehres aus Teilen der Wohnquartiere. Die Parkmöglichkeiten im Kerngebiet wurden durch die Anwohnertiefgarage an der Westendstraße erweitert. Natürlich müssen durch diese Maßnahmen manche Bewohner des Stadtteils kurze Umwege in kauf nehmen, aber der Gewinn an mehr Ruhe u. weniger Verkehr u. somit auch mehr Sicherheit wiegen dies im Ergebnis auf. Einen Beitrag zur Schulwegsicherheit leisten die vielen neuen Zebrastreifen. Etwa 150 neue Bäume wurden in dieser Zeit gepflanzt, die einen erheblichen Beitrag zur Verbesserung des Stadtteilklimas leisten u. das Wohnumfeld aufwerteten. Die lange umstrittene Signalanlage bei der Feuerwache in der Heimeranstraße soll nun bald realisiert werden.

Ein großes Manko ist nach wie vor der Radweganschluss zur Innenstadt. Aber auch hier haben wir Schritte eingeleitet dieses zu verbessern. An der Landsberger Str. – Holzapfel - Grasserstraße soll der Rad-u. Gehweg verbreitert werden. Um den durchgängigen Rad – u. Fußweg über die Theresienwiese außerhalb der Oktoberfestzeit wird weiter mit der Stadtverwaltung gerungen. Ein weiteres Ziel ist die Realisierung des Radweges entlang der Bahn von der Hackerbrücke bis Laim.

Verkehrspolitik für die Bürger

Bilanz und Ausblick von Wilhelm Mundigl, SPD-Fraktionsvorsitzender im Bezirksausschuss

Seit der Mittlere Ring nicht mehr das Stadtviertel durchschneidet, hat sich vieles verändert. Die Wohnstraßen sind weitgehend verkehrsberuhigt, die Schwanthalerhöh ist gut an das MVV-Netz angebunden. Ein Parkraummanagement und öffentliche Bewohnergaragen sind eingerichtet.

Die Fahrradstraße in der Gollierstraße ist ein Erfolg. Es sollten weitere Fahrradstraßen folgen. Auch für Fußgänger müssen unsere Straßen attraktiver und sicherer werden. Ein Beispiel ist die Forderung der SPD, eine Fußgängerampel an der die Heimeranstraße neben der Feuerwache aufzustellen.

Doch sollten wir uns damit nicht zufriedengeben. Ausweitungen der Fußgängerbereiche um den Gollierplatz und um die Bergmannschule sind noch immer Forderungen aus der SPD-Fraktion, die wir in absehbarer Zukunft umsetzen werden.

Ein Bauernmarkt mitten in der Stadt

Ein Bericht von Stadträtin Ulrike Boesser

Die Märkte gehören zum Münchner Stadtbild. Die "großen" wie der Viktualienmarkt ebenso wie die 40 Bauern- und Wochenmärkte in den Münchner Stadtvierteln. Die über 30 Wochenmärkte bestehen schon seit Anfang der 70er Jahre. 1989 haben sich 11 Bauernmärkte hinzu gesellt. Einer der jüngsten findet seit 2006 jeden Donnerstag am Georg-Freundorfer-Platz statt.

Alle Bauernmärkte werden von einem eigenen Verein organisiert. Die Händler stammen aus dem Münchner Umland, vom Bodensee, aus Niederbayern und aus dem Alpenvorland. Das gesamte Angebot muss aus eigener Produktion stammen. Nur in Ausnahmefällen dürfen einzelne Produkte zugekauft werden, wie z.B. im Winter Tomaten. Dies macht den Markt am Georg-Freundorfer-Platz zu einem Hofladen mitten in der Stadt. Hier gibt es hochwertige, frische Lebensmittel aus der Regio, teilweise aus biologischem Anbau. Und das zu durchaus erschwinglichen Preisen, auch für diejenigen, die sich sonst keinen Einkauf im Delikatessengeschäft leisten können.

Wie beliebt der Markt am Freundorfer-Platz ist kann man jeden Donnerstag beobachten, vor allem um die Mittagszeit. Hier trifft man Anwohnerinnen und Anwohner aus dem Viertel, ebenso wie die Mitarbeiterschaft der Firmen in der Ganghoferstraße. Während die einen sich für die kommende Woche mit frischem Gebäck, Obst, Gemüse, Eiern oder Fisch aus dem Kochelsee eindecken, verbringen andere ihre Mittagspause geduldig wartend in der Schlage vor dem Würstlstand - was an schönen, sonnigen Tagen etwas dauern kann.

Hiervon profitieren nicht nur die "Staderer". Die Standlfrauen und -männer aus dem Umland sichern sich mit dem Direktverkauf ihre unternehmerische Existenz. Die Ware muss nicht über Zwischenhändler zur Kundschaft gelangen. Dadurch entstehen keine zusätzlichen Kosten - weder den Erzeugern, noch den Verbraucherinnen und Verbrauchern.

Der Einkauf auf dem Markt am Freundofer-Platz hat also viele Vorteile: Landwirte und Oberbauern erzielen durch die Eigenvermarktung ihrer Waren ein höheres Einkommen, die Umwelt wird durch die kurzen Transportwege entlastet und die Schwanthalerhöherinnen und Schwanthalerhöher können regional erzeugte Produkte genießen - und bekommen "nebenbei" beim Einkaufen vom Puchheimer Metzger wertvolle Tipps, wie man den besten Tafelspitz zubereitet.

Das Westend für Familien

Ein Gespräch mit Gerhard Mayer.

Wie ist die Betreuungssituation für Kinder hier auf der Schwanthalerhöhe?

Im Bereich Krippen und Kindergärten relativ gut. Es gibt eine große Trägervielfalt und viele Eltern-Kind-Initiativen. Wir liegen bei den unter Dreijährigen mit fast 50 Prozent Versorgung über dem städtischen Schnitt.

Was könnte die Stadt tun um es Eltern zu erleichtern einen günstigen Platz zu finden?

Auf www.muenchen.de kann man sich alle Einrichtungen in der Nähe anzeigen lassen. Das Thema ist die „Einrichtungs-Rallye“ zur Anmeldung. Hier halte ich es für sinnvoll, sich an einer Stelle für verschiedene öffentliche Einrichtungen anmelden zu können..

Wie werden Sie das umsetzen?

Die meisten Einrichtungen im Viertel sprechen sich jetzt schon ab, um möglichst niemand unversorgt zu lassen. Eine gemeinsame Datenbasis ist hier ein wichtiger Schritt. Ich werde mich dafür einsetzen, dass dies schnellstmöglich passiert.